Die Preisträger des Straubinger Unternehmenspreises, der Auszeichnung „TOP-Unternehmen Niederbayern“ und „Newcomer Niederbayern“ mit den Gastgebern und Festredner Hubert Aiwanger (links). Fotos: Thomas Heigl
„Heimat der Macher"
Zum zehnten Mal wurde der Straubinger Unternehmenspreis an regionale und erfolgreiche Arbeitgeber verliehen. Wirtschaftsminister Aiwanger als Festredner.
„Wir sind dankbar und stolz", würdigte Oberbürgermeister Markus Pannermayr alle ausgezeichneten Unternehmen. Bereits zum zehnten Mal wurde im Rittersaal der „Straubinger Unternehmenspreis" verliehen. Weitere Auszeichnungen gab es für „TOP-Unternehmen und Newcomer Niederbayern". Ursprünglich 2011 als Ausbildungspreis ins Leben gerufen, werden seit einem Jahrzehnt von der Stadt und dem Verein „Freunde der Stadt Straubing" Unternehmen ausgezeichnet, die auf eine positive wirtschaftliche Entwicklung zurückblicken können. Daneben wurde ebenfalls die Innovationskraft sowie die ökologische und soziale Verantwortung bei der Vergabe berücksichtigt.
Die Auswahl erfolgte durch eine fachkundige Jury, bestehend aus Vertretern von Stadt, dem Verein Freunde der Stadt, Agentur für Arbeit, staatliche Berufsschulen, IHK, Handwerkskammer, Unternehmerschaft und TUM-Campus.
Rainer Haselbeck, Regierungspräsident Niederbayern, wusste, dass im Rittersaal durchaus schon Geschichte geschrieben wurde. „Heute aber blicken wir auf diejenigen, die Zukunft gestalten, und damit letztendlich die Geschichte von morgen schreiben." Gerade Niederbayern ist „eine Heimat für Macher", so Haselbeck. Die Preisträger des Abends warten nicht darauf, dass andere Probleme lösen, sondern packen selbst mit an. Alle zeigen, was erfolgreiches Unternehmertum ausmacht: „Sie verbinden wirtschaftlichen Erfolg mit Innovationskraft. Genau diese Anpacker-Mentalität brauchen wir in Niederbayern und darüber hinaus."
Anhaltende Ideen und rasante Entwicklungen
Preisträger als „TOP-Unternehmen Niederbayern" mit bis zu 99 Mitarbeiter wurde die Steuercompany. Seit der Gründung 1999 hat sich das Unternehmen zu einer bundesweiten Beratungsgesellschaft entwickelt. Was in einer Wohnung mit einem Server im Badezimmer begann, hat sich über die Jahre immer weiterentwickelt. Es habe nie eine Erfolgsgarantie gegeben, aber immer eine Idee, die auch nach 27 Jahren noch lebt.
Zweiter Preisträger in der Kategorie ab 100 Mitarbeiter wurde die ODAV AG, einer der wichtigsten Digitalisierungspartner des deutschen Handwerks. Heute arbeiten rund 180 Mitarbeiter am Standort Straubing, deren entwickelte Software bundesweit eingesetzt wird. 35 Handwerkskammern nutzen bereits die digitalen Verwaltungslösungen des Unternehmens.
„Manchmal braucht eine unternehmerische Erfolgsgeschichte keine Jahrzehnte, um sichtbar zu werden", wusste Haselbeck. Als „Newcomer Niederbayern" wurde die im Juli 2024 gegründete Marwona GmbH ausgezeichnet. Sie entwickelt und produziert elektrische Natursteinheizungen und beliefert europaweit Kunden. „Für ein Unternehmen, das gerade erst am Markt ist, ist das eine bemerkenswerte Entwicklung", sagte Haselbeck.
„Architektur prägt das Gesicht einer Stadt", sagte Pannermayr bei der Vorstellung der Preisträger des Unternehmenspreises. Seit 35 Jahren trägt das Architekturbüro Bast und Ascherl dazu bei, die Stadt baulich mitzugestalten. Das Büro wurde in der Kategorie 1, Unternehmen bis zu 19 Beschäftigte, ausgezeichnet. Mehr als 20 historische Gebäude wurden bisher erfolgreich saniert, so konnte laut dem OB „wertvolle Bausubstanz und ein Stück Identität bewahrt bleiben". Andere Projekte, die das Gesicht der Stadt bis heute prägen, sind etwa die Cafebar.
Ein Familienunternehmen, das über Jahrzehnte erfolgreich wirtschaftet, wurde in der Kategorie 2, 20 bis 99 Beschäftigte, prämiert. Seit 1961 ist der Erfolgsfaktor für die Schapfl IT-Scannerkassen GmbH die konsequente unternehmerische Unabhängigkeit. Investitionen werden aus eigener Kraft finanziert, Kompetenzen durch Ausbildung selbst aufgebaut.
Zweiter Preisträger in der Kategorie 2 wurde die Entus GmbH. Als IT-Partner sieht das Unternehmen Digitalisierung als Grundvoraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum. Lösungen, die man den Kunden empfiehlt, werden erst im eigenen Unternehmen eingesetzt. Durch Nachwuchsarbeit will man nicht nur berufliche Perspektiven schaffen, sondern IT-Kompetenz in der Region sichern.
Preisträger aus verschiedenen Bereichen
In Kategorie 3 wurden größere Arbeitgeber, ab 100 Mitarbeitern, ausgezeichnet. Einer davon war die Lidl Vertriebs GmbH mit Standort Hafen-Sand. Von dort aus werden 82 Filialen täglich mit Waren beliefert. Was für Kunden jeden Tag selbstverständlich ist, nämlich volle Regale, ist das Ergebnis einer leistungsfähigen Logistik und die Arbeit von mehr als 300 Mitarbeitern. Derzeit entsteht bis 2028 ein neues Logistikzentrum.
Auch die Gluth Systemtechnik GmbH konnte sich über eine Auszeichnung in Kategorie 3 freuen. Seit der Gründung 1949 hat sich das Unternehmen immer wieder neu erfunden. Rund 170 Mitarbeiter entwickeln maßgeschneiderte Lösungen für die Automations- und Prüftechnik. Das Spektrum reicht von Robotik- und Laserprozessen bis zu hochpräzisen Anwendungen und Künstlicher Intelligenz.
Die Schlussworte hatte Dr. Martin Kreuzer, Vorsitzender des Vereins Freunde der Stadt Straubing. Er drückte seine Freude und Dankbarkeit gegenüber den Unternehmen aus – auch denen, die sich noch beworben hatten. „Das macht zuversichtlich für die Zukunft, um die uns mit solchen Arbeitgebern nicht bange sein muss." Musikalisch wurde der Abend von Franz Moosauer und Martin Jungmayer unterlegt.
Info:
Fotos der Veranstaltung und der einzelnen Preisträger des Straubinger Unternehmenspreises, der TOP-Unternehmen und des Newcomers Niederbayern finden Sie online unter www.idowa.de.
Artikel aus dem Straubinger Tagblatt vom 2. Oktober 2026, von Thomas Heigl